Myopieprävention : Institut Miller - Contactlinsen Optometrie

Kind & Sehen: Hohe Kurzsichtigkeit

Myopie-Prävention, Myopie-Management, Myopie-Kontrolle

Was ist Kurzsichtigkeit?

Kurzsichtigkeit (Myopie) ist eine angeborene oder erworbene Fehlsichtigkeit, die weltweit am Häufigsten auftritt.

Kurzsichtige sehen weit entfernte Gegenstände undeutlich und verschwommen, erkennen nahe Objekte jedoch problemlos.

Einmal vorhanden bildet sich die Kurzsichtigkeit nicht mehr zurück.

 

Problematisch wird es, wenn es sich um eine hohe und oder rasch zunehmende Kurzsichtigkeit handelt.

Eine hohe Kurzsichtigkeit ist ein großer Risikofaktor für spätere Augenerkrankungen und Sehverminderungen.

Welche Gründe für Kurzsichtigkeit gibt es?

Bei Kindern sollten die Gründe für Kurzsichtigkeit genauer betrachtet werden. Mehrere Faktoren hierbei sind:

 

Genetische Faktoren:

Ist ein Elternteil oder gar beide Elternteile kurzsichtig, so steigt das Risiko für das Kind ebenfalls kurzsichtig zu werden. Allerdings ist die steigende Anzahl an Kurzsichtigen nicht nur genetisch bedingt. Es hängt vielmehr mit den Seherfahrungen und Umweltfaktoren zusammen, denen das Kind ausgesetzt ist, sowie seinen Spiel- und Aufenthaltsgewohnheiten im Alltag.

 

 

Naharbeit:

Das Ausmaß an Naharbeit und zu geringem Leseabstand stehen in direkter Verbindung zur Entwicklung der Kurzsichtigkeit.

Ausschlaggebend ist ein auf Dauer „ungesundes“ Verhältnis von:

  • zunehmender Naharbeit

  • zu wenig Aufhalten im Freien und an der frischen Luft

  • Naharbeit ohne ausreichender Beleuchtung und Pausen

Die Reaktionen darauf können asthenopische Beschwerden (wie Kopfschmerzen, müde Augen, Augenbrennen...) sein und eine verringerte Informationsverarbeitung. In vielen Fällen führt es aber auch zu Augenlängenwachstum und damit zu einer ansteigenden Kurzsichtigkeit.

 

 

Licht bzw. Tageslicht:

Kinder sollten regelmäßig draußen im Tageslicht spielen. Dadurch reduziert sich das Risiko einer Myopisierung. Um wie viele Stunden es sich dabei handeln soll, variiert je nach Studie. Allerdings um in den ersten Schuljahren nicht kurzsichtig zu werden empfiehlt sich mindestens ein Aufenthalt im Freien von 2 Stunden täglich. Damit reduziert sich die Wahrscheinlichkeit um 60%.

Die COMET Studie fand heraus, dass im Winterhalbjahr bei Kindern die Zunahme von Kurzsichtigkeit höher ist als im Sommerhalbjahr. Die Lichtmenge ist also nicht nur für den Organismus wichtig, sondern auch für die Augenentwicklung.

 

 

Testen Sie jetzt das Risiko einer hohen Kurzsichtkeit Ihres Kindes auf www.myopia.care

 

Wann sollte man handeln?

Grundsätzlich gilt: Je früher, desto besser!

Praxiserfahrungen zeigen, dass bereits im Alter von 5 Jahren begonnen werden kann.
Kinder im Kindergartenalter sind in der Regel noch leicht weitsichtig oder rechtsichtig. Ist ein Kind zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits kurzsichtig, so ist es empfehlenswert, dies untersuchen zu lassen und eine optische Korrektur vorzunehmen.
Je früher die Kurzsichtigkeit im Kindesalter beginnt, umso stärker ist diese in der Regel im Erwachsenenalter ausgeprägt.

 

Ob eine Fehlsichtigkeit vorliegt sollte spätestens mit dem Schuleintritt mittels fachgerechter Untersuchung durch einen Augenarzt erfolgen. Auch sonstige Erkrankungen werden dabei erkannt bzw. ausgeschlossen.
Es ist bekannt, dass Kurzsichtigkeit im Alter zwischen 6 und 15 Jahren am schnellsten fortschreitet. Daher ist es wichtig, frühzeitig zu handeln, um möglichst kritische Werte erst gar nicht zu erreichen.

 

Durch gezielte Maßnahmen stehen die Chancen gut, ein eventuelles Fortschreiten der Kurzsichtigkeit bis ins Erwachsenenalter zu verlangsamen.

 

Bildquelle: myopia.care/public_myappia

Warum Myopieprävention?

Myopie-Prävention, Myopie-Management, Myopie-Kontrolle:

Mit diesen Begriffen werden Maßnahmen bezeichnet, die das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit (=Myopie) bei Kindern verlangsamen oder aufhalten können. Dabei wird möglichst frühzeitig mithilfe von Kontaktlinsen oder Medikamenten die Sehentwicklung positiv beeinflusst. Dies zeigen seit Jahren umfangreiche Studien im Bereich Myopie-Management. Ziel ist es, die Verschlechterung der Kurzsichtigkeit, dh. die Zunahme der Dioptriestärke, zu verlangsamen oder zu stoppen.

 

Lange Zeit betrachtete man die starke Zunahme der Kurzsichtigkeit als Problem des asiatischen Raums. Mittlerweile sind bereits in Europa 47% der 25-Jährigen kurzsichtig. In Shanghai bereits 95,8% der 20-jährigen Studenten.

 

Je früher Kinder kurzsichtig werden, desto größer ist das Fortschreiten. z.B. bei einem 7-jährigen Kind erhöht sich pro Jahr die Kurzsichtigkeit um etwa 0,89 dpt. Bei einem 14-jährigen Jugendlichen mit beginnender Kurzsichtigkeit nur 0,28 dpt pro Jahr.

 

Die Welt-Gesundheitsorganisation (WHO) listet die starke Zunahme der Kurzsichtigkeit (Myopie) unter den 5 Augenerkrankungen, deren Eindämmung weltweit höchste Priorität hat. Neben einem hohen Lebensalter zählt die hohe Kurzsichtigkeit zu den Hauptrisikofaktoren für Augenerkrankungen wie Maculadegeneration, Glaukom (Grüner Star), Netzhautablösung und Katarakt (Grauer Star).

 

 

Grafik, Quelle: Flitcroft DI. The complex interactions of retinal, optical and environmental factors in myopia aetiology. Prog Retin Eye Res. 2012;31(6):622-660. doi:10.1016/j.preteyeres.2012.06.004

Welche Maßnahmen gibt es?

Es ist ratsam, eine bestehende Kurzsichtigkeit komplett auszugleichen. Die Annahme, man könne durch den Verzicht einer Korrektion oder eine nicht vollständige Korrektion das Fortschreiten verhindern, hat sich als falsch erwiesen.

 

Zusammen mit Ihrem Augenarzt, Kontaktlinsenspezialisten oder Augenoptiker entscheiden Sie, welches System passend ist.
Die Voraussetzungen für jedes Kind sind ganz individuell und sollten immer berücksichtigt werden. Gerade die Versorgung von Kinderaugen erfordert eine besondere Sorgfalt.

 

 

Pharmakologisch

Therapie beim Augenarzt

Durch das Eintropfen mit Atropin kann die Zunahme der Kurzsichtigkeit gehemmt werden. Zur Korrektur der Fehlsichtigkeit wird zusätzlich eine Sehhilfe benötigt. Detaillierte Informationen hierzu erhalten Sie ausschließlich bei Ihrem Augenarzt.

 

 

Kontaktlinsen

Das periphere Bild auf der Netzhaut ist maßgeblich für das Augenwachstum verantwortlich.

Durch spezielle Kontaktlinsen wird der zentrale und periphere Teil der Netzhaut getrennt von einander korrigiert, und verlangsamt dadurch den Anreiz zum weiteren Augenlängenwachstum (wird als hyperoper Defokus bezeichnet).

 

> speziell konzipierte weiche oder formstabile Kontaktlinsen, die tagsüber getragen werden

> formstabile Linsen, die über Nacht getragen werden (→Nachtlinsen/ Orthokeratologie)

 

Beide Arten von Linsen gleichen die Sehschwäche aus und wirken hemmend auf die Zunahme der Kurzsichtigkeit.

 

VerfahrenVerlangsamung in der Entwicklung in %
normale Brillengläser oder Kontaktlinsenkein Effekt
Bi- oder Multifokale Brillengläser12%
Defokus Kontaktlinsen (miSight, EDOF)33 - 45%
Defokus Brillengläser DIMS60%
Orthokeratologie/ multifokale Orthokeratologie50 - 80%
Atropin AugentropfenDosisabhängig (0 - 80%)

 

 

Aus allen Studien resultiert allerdings, dass handelsübliche weiche Austauschlinsen die steigende Kurzsichtigkeit in keiner Weise stoppen können. Formstabile Fernlinsen können in einigen Fällen die Progression verlangsamen, jedoch fehlen noch detaillierte Studien, die Hinweise geben könnten wodurch dies erreicht wurde.

 

 

Brillen

Speziell entwickelte Brillengläser gleichen die Sehschwäche aus und können die Zunahme der Kurzsichtigkeit hemmen.

Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Miller United Optics GmbH  Innsbruck | Meraner Str.3 | Tel. 051259438 | www.miller.at

 

 

Im Alltag - was können Eltern tun?

Tageslicht

Vorbeugend können Sie dafür sorgen, dass Ihr Kind regelmäßig genügend Zeit (möglichst 2h pro Tag) im Freien bei Tageslicht verbringt.

 

Wenig Bildschirmzeit

Begrenzen Sie die Zeit, die ihr Kind vor Bildschirmen und Displays verbringt. Je weniger, desto besser!

 

Abstand halten

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind einen möglichst großen Abstand zu Bildschirmen einhält.

 

Beleuchtung

Achten Sie auf eine ausreichende und gute Beleuchtung am Schreibtisch Ihres Kindes.

 

Pausen

Animieren Sie Ihr Kind zu Lernpausen. Wichtig dabei ist, dass die Entspannung mit dem Blick in die Ferne gekoppelt ist.

 

Vorsorge

Sind Sie selbst bereits kurzsichtig, so ist bei Ihrem Kind eine frühzeitige Vorsorge und gute Betreuung durch den Augenarzt, Kontaktlinsenspezialisten oder Augenoptiker sehr wichtig.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Kontaktlinsen

Bei einem Fortschreiten der Kurzsichtigkeit besteht Anspruch auf Kostenübernahme. Abhängig von der jeweiligen Sozialversicherung und vom Alter des Kindes werden die Kosten für Kontaktlinsen zur Gänze oder teilweise übernommen.

Voraussetzung dafür ist, dass die Myopieprogression vom Augenarzt diagnostiziert ist und das Kind mit Speziallinsen zur Myopieprävention versorgt wird.

Wir informieren Sie gerne individuell und kümmern uns um die Abwicklung mit der Krankenkasse.

 

Brillen

Aktuell werden keine Kosten für die Spezialbrillengläser von der Krankenkasse übernommen

Sie brauchen weitere Infos?

Wir beraten Sie gerne. Bitte vereinbaren Sie einen Termin unter 0512/ 58 37 25.


Downloads

Informationsbroschüre "Myopieprävention - Elterninfo"

Artikel aus dem Jubliäumsheft "150 Jahre Miller Optik" "Nah und Fern" von Christoph Zulechner (05/2021)

Das ganze Heft zum Durchblättern finden Sie hier: "Miller Magazin"


Bestandskunden werden zu Ihren üblichen Konditionen verrechnet.