Vom Optiker zum Sehberater : Institut Miller - Contactlinsen Optometrie

Vom Optiker zum Sehberater

Vom Optiker zum Sehberater

 

Ganz ehrlich: Was haben sie sich bei diesem Titel gedacht?

Was soll das? Optiker sind doch auch Sehberater. ODER??

 

In meiner langjährigen Berufserfahrung als Optiker habe ich die Erfahrung gemacht, dass wir Optiker zwar gut sind im Bestimmen der Stärke die unsere Kunden benötigen, ihnen auch Contactlinsen gut anpassen können wenn sie das wollen oder brauchen, uns technisch mit allem rund um die Brille und Gläser auskennen und unsere Kunden auf diesem Gebiet optimal beraten können, wir kennen uns auch mit modischen Trends aus, wir wissen auch über spezielle Brillen Bescheid (Sport usw.) und wir sind auf diesen Gebieten top ausgebildet, aber genügt das schon um sagen zu können wir sind Sehberater?

 

Wollen wir das eigentlich, Sehberater sein?

 

Wenn Sie sich diese Frage stellen dann empfehle ich ins Internet zu schauen und den Begriff Sehberater einzugeben. Tausende Optiker wollen das, sonst würden sie unter diesem Begriff nicht zu finden sein und warum wollen sie das? Weil es offensichtlich auch die Menschen wollen, beraten werden darüber wie ihr Sehen funktioniert

 

Was versteht man unter Beratung?

 

Unter einer Beratung wird im Allgemeinen eine unverbindlich strukturierte, Kommunikation also ein Beratungsgesprächverstanden, wobei ein Teilnehmer Informationen weitergibt, um damit das Wissen des Empfängers zu vergrößern. Ziel einer Beratung kann auch sein, den Adressaten zu einer bestimmten Handlung oder einem Unterlassen zu bewegen. (Zitat Wikipedia)

Natürlich beraten Optiker ihre Kunden, wenn sie ihnen optimale Brillen anpassen, aber das ist dann Brillenberatung und keine Sehberatung.

 

Was ist eigentlich ein Sehberater?

 

Wir Optiker haben die Chance Optiker und Sehberater zu sein, aber wenn Sehberater dann richtig.

Auf den Unterschied zwischen Beratung wie wir Optiker sie normalerweise unseren Kunden anbieten und Sehberatung bin ich gestoßen als ich einem Kunden eine Brillenglas Bestimmung gezaubert habe mit der sein Wunsch nach scharf sehen exzellent erfüllt wurde aber wie er dann nach einer Woche wieder vor mir gestanden ist und mir erzählt hat, dass er zwar sieht wie ein Luchs aber irgendetwas ist da anders und das fühlt sich nicht gut an und ich ihm dann mit dem Satz geantwortet habe den viele Optiker sicher kennen und auch schon verwendet haben – Das ist ganz normal damüssen sie sich nurdaran gewöhnen – da kam mir zum ersten Mal der Gedanke - Sehen ist mehr, Sehen muss mehr sein!

 

Sehen ist mehr!

 

Sehen passiert automatisch, so wie wir es in und durch unser Umfeld gelernt haben, aber ist es dadurch auch optimal? Wenn man sehen lernen kann, dann kann man es auch eventuell nicht ganz richtig lernen. Viele Menschen können sich nicht vorstellen, dass man seine Augen auch falsch verwenden kann und dass dadurch Sehgewohnheiten entstehen, die zwar das Sehen im Moment ermöglichen aber auf Dauer sehr viel Kraft kosten.

Dass dem so ist habe ich in meiner langen Praxis feststellen müssen. Das Thema „Was kann ich tun“ ist immer nur dann aktuell wenn es spürbare Veränderungen der Sehsituationen gibt. Wenn man jetzt genug Kraft zur Verfügung hat, weil man noch jung ist oder seine Leistungsgrenze noch nicht erreicht hat, oder mit einem Hilfsmittel die Defizite und Symptome die sich ergeben beheben kann, dann kommt man mit diesen Sehgewohnheiten und Hilfsmittel wieder ein gewisse Zeit über die Runden. Man gewöhnt sich an diese Sehgewohnheiten und ist dann sehr gerne bereit sie bei jeder Situation anzuwenden.

Auf diese Signale richtig reagieren, indem man auf der einen Seite medizinischen Rat sucht aber auf der anderen Seite sein Sehen so gestaltet, das Probleme gar nicht oder nur reduziert auftauchen ist in der heutigen Zeit besonders wichtig.

Wenn man bedenkt, dass bequemes Sehen eben nur in der natürlichen Vielfalt optimal passieren kann, dann sollte einem auch klar sein, dass dieses angepasste und eingeschränkte Sehen auf Dauer zu einem Leistungsverlust und auch zu Nebenwirkungen führen kann und wird.

Um diesen Nebenwirkungen vorzubeugen ist es daher sinnvoll, sich mit dem Sehen und seiner natürlichen Vielfalt zu beschäftigen.

 

Das wären dann die Aufgaben eines Sehberaters

 

Gut und bequem sehen bedeutet nicht nur die optimale Korrektur einer Sehsituation mit Brille oder Kontaktlinse, sondern auch, seine Augen optimal zu gebrauchen – speziell in einer Zeit in der die Sehanforderungen und die Sehreize die richtige Verwendung immer schwieriger machen.

Auf Grund der heute gestiegenen Sehanforderungen kommt es immer häufiger zu Veränderungen der Sehgewohnheiten die, wenn sie nicht beachtet werden zu Problemen führen. Die Folge dieser Schwierigkeiten, sind ein allgemeines Unwohlsein – Müdigkeit - Leistungsverlust - und in vielen Fällen auch eine Zunahme der Fehlsichtigkeit.

Diese Sehgewohnheiten die vielfach für unsere momentane Sehsituation verantwortlich sind, kennen lernen, näher untersuchen, erklären, erleben, erweitern und sie zur Verbesserung unserer Sehsituation zu verändern ist Sehberatung.

Wir Optiker haben das Problem, wenn wir mit unseren Kunden ins Gespräch kommen, dann ist bei den Betroffenen schon etwas passiert. Das bedeutet wir sind immer Nachsorgend unterwegs. Wir kümmern uns um die Symptome und versuchen sie mit den Mitteln der heutigen Zeit (Refraktion- OEP- Contactlinsen-Funktionaloptometrie- MKH Methode- Visualtraining- usw.) zu korrigieren und das gelingt uns ja sehr gut ist aber eben ein Stück weit entfernt von Sehberatung.

Sehberatung setzt etwas früher an. Nämlich dort wo Sehen eingeschränkt wird und zu Problemen führt, wo die Vielseitigkeit des Sehorgans nicht mehr voll zur Anwendung kommen kann.

Sehberatung setzt in erster Linie bei gesunden Augen an und soll zeigen was man tun kann, dass sich Sehen richtig entwickeln kann.

 

Das sind die Aufgaben die man mit Sehberatung bedienen kann.

 

  • Was können Eltern tun, dass ihr Kind Sehen richtig lernt?

  • Was können Jugendliche tun, dass ihr Sehen nicht schief läuft?

  • Was können Berufstätige tun, dass ihr Sehen heute in der natürlichen Vielfalt geschieht?

  • Was können ältere Menschen tun, dass sie ihr Sehen auch im Alter optimal verwenden können?

 

Da es den Beruf des Sehberaters ja nicht gibt, sehe ich für uns Optiker die große Chance, Sehberatung als Erweiterung unserer Beruflichen Angebotes anzubieten. Den Betroffenen eine Gebrauchsanleitung für die Augen mit zu geben. Das wäre dann das Ziel einer Sehberatung. Allerdings sollte dann schon dort wo Sehberatung drauf steht auch Sehberatung drinnen sein.

Sehberatung betrachte ich neben den von uns erwarteten Aufgaben (Brillen Refraktion Contactlinsen usw.) und den in letzter Zeit dazu gekommennen Aufgaben (Binokularsehen Funktionaloptometrie Visualtraning usw.) als zusätzliches Angebot von uns Optikern. In den letzten Jahren habe ich mich bemüht diese Gedanken an meine Kunden aber auch an Kollegen weiterzugeben. Wenn Sie Sehberatung fasziniert dann würde ich mich über einen Gedankenaustausch sehr freuen. Sie erreichen mich unter der E Mail Adresse maurer.sehberatung@aon.at

 

Es passiert nichts Gutes außer man tut es.

Tun wir es nicht dann tun es Andere.

 

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