Myopie Prävention

Myopie-Management, Myopie-Kontrolle

Mit diesen Begriffen werden Maßnahmen bezeichnet, die das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit (=Myopie) bei Kindern verlangsamen oder aufhalten können. Dabei wird möglichst frühzeitig mithilfe von Contactlinsen oder Medikamenten die Sehentwicklung positiv beeinflusst. Ziel ist es, die Verschlechterung der Kurzsichtigkeit, dh. die Zunahme der Dioptriestärke, zu verlangsamen oder zu stoppen.

 

Die Welt-Gesundheitsorganisation (WHO) listet die starke Zunahme der Kurzsichtigkeit (Myopie) unter den 5 Augenerkrankungen, deren Eindämmung weltweit höchste Priorität hat. Neben einem hohen Lebensalter zählt die hohe Kurzsichtigkeit zu den Hauptrisikofaktoren für Augenerkrankungen wie Maculadegeneration, Glaukom (Grüner Star), Netzhautablösung und Katarakt (Grauer Star).

 

Lange Zeit betrachtete man die starke Zunahme der Kurzsichtigkeit als Problem des asiatischen Raums. Nun sind jedoch bereits 47% der 25-Jährigen in Europa kurzsichtig, in Shanghai bereits 95,8% der 20-jährigen Studenten.

Warum Myopie-Prävention?

Je früher Kinder kurzsichtig werden, desto größer ist das Fortschreiten. z.B. bei einem 7-jährigen Kind erhöht sich pro Jahr die Kurzsichtigkeit um etwa 0,89 dpt. Bei einem 14-jährigen Jugendlichen mit beginnender Kurzsichtigkeit nur 0,28 dpt pro Jahr.

Was führt zu steigender Kurzsichtigkeit?

Genetische Faktoren:

Ist ein Elternteil oder gar beide Elternteile kurzsichtig, so steigt das Risiko für das Kind ebenfalls kurzsichtig zu werden. Allerdings ist die steigende Anzahl an Kurzsichtigen nicht nur genetisch bedingt. Es hängt vielmehr mit den Seherfahrungen und Umweltfaktoren zusammen, denen das Kind ausgesetzt ist, sowie seinen Spiel- und Aufenthaltsgewohnheiten im Alltag.

 

Naharbeit:

Das Ausmaß an Naharbeit und zu geringem Leseabstand stehen in direkter Verbindung zur Entwicklung der Kurzsichtigkeit.

Ausschlaggebend ist ein auf Dauer „ungesundes“ Verhältnis von:

  • zunehmender Naharbeit

  • zu wenig Aufhalten im Freien und an der frischen Luft

  • Naharbeit ohne ausreichender Beleuchtung und Pausen

Die Reaktionen darauf können asthenopische Beschwerden (wie Kopfschmerzen, müde Augen, Augenbrennen...) sein und eine verringerte Informationsverarbeitung. In vielen Fällen führt es aber auch zu Augenlängenwachstum und damit zu einer ansteigenden Kurzsichtigkeit.

 

 

Licht bzw. Tageslicht:

Kinder sollten regelmäßig draußen im Tageslicht spielen. Dadurch reduziert sich das Risiko einer Myopisierung. Um wie viele Stunden es sich dabei handeln soll, variiert je nach Studie. Jedoch bei 2 Stunden Aufenthalt im Freien reduziert sich die Wahrscheinlichkeit in den ersten Schuljahren kurzsichtig zu werden um 60%.

Die COMET Studie fand heraus, dass im Winterhalbjahr bei Kindern die Zunahme von Kurzsichtigkeit höher ist als im Sommerhalbjahr. Die Lichtmenge ist also nicht nur für den Organismus wichtig, sondern auch für die Augenentwicklung.

 

Welche Möglichkeiten gibt es?

Grundsätzlich ist es ratsam, eine bestehende Kurzsichtigkeit komplett auszugleichen. Die Annahme, man könne durch den Verzicht einer Korrektion oder eine nicht vollständige Korrektion das Fortschreiten verhindern, hat sich als falsch erwiesen.
Um die ungünstige Fortentwicklung der Kurzsichtigkeit zu verlangsamen, gibt es verschiedene erprobte und anerkannte Methoden:


Kontaktlinsen

Das periphere Bild auf der Netzhaut ist maßgeblich für das Augenwachstum verantwortlich.

Durch spezielle Kontaktlinsen wird der zentrale und periphere Teil der Netzhaut getrennt von einander korrigiert, und verlangsamt dadurch den Anreiz zum weiteren Augenlängenwachstum (wird als hyperoper Defokus bezeichnet).

Aus allen Studien resultiert allerdings, dass handelsübliche weiche Austauschlinsen für die Ferne die steigende Kurzsichtigkeit in keiner Weise stoppen können.Formstabile Einstärkenlinsen können in einigen Fällen die Progression verlangsamen, jedoch fehlen noch detaillierte Messungen, die Hinweise geben könnten wodurch dies erreicht wurde.


• Speziell konzipierte formstabile oder weiche Kontaktlinsen
Nachtlinsen (Orthokeratologie)

Welche Maßnahme ist für Ihr Kind die richtige?

Zusammen mit Ihrem Augenoptiker, Kontaktlinsenspezialisten oder Augenarzt entscheiden Sie, welches System passend ist.
Die Voraussetzungen für jedes Kind sind ganz individuell und sollten immer berücksichtigt werden. Gerade die Versorgung von Kinderaugen erfordert eine besondere Sorgfalt.

Ab welchem Alter sollten Sie handeln?

Grundsätzlich gilt: Je früher, desto besser!

Praxiserfahrungen zeigen, dass bereits im Alter von 5 Jahren begonnen werden kann.
Kinder im Kindergartenalter sind in der Regel noch leicht weitsichtig oder rechtsichtig. Ist ein Kind jedoch bereits kurzsichtig, so ist es empfehlenswert, dies untersuchen zu lassen und eine optische Korrektur vorzunehmen.
Je früher die Kurzsichtigkeit im Kindesalter beginnt, umso stärker ist diese in der Regel im Erwachsenenalter ausgeprägt.

 

Spätestens mit dem Schuleintritt sollte eine fachgerechte Untersuchung erfolgen, um zu klären, ob eine Fehlsichtigkeit vorliegt.
Es ist bekannt, dass Kurzsichtigkeit im Alter zwischen 6 und 15 Jahren am schnellsten fortschreitet. Daher ist es wichtig, frühzeitig zu handeln, um möglichst kritische Werte erst gar nicht zu erreichen.


Durch gezielte Maßnahmen stehen die Chancen gut, ein eventuelles Fortschreiten der Kurzsichtigkeit bis ins Erwachsenenalter zu verlangsamen.

Kostenübernahme der Krankenkassen

Ist eine Myopieprogression vom Augenarzt diagnostiziert, so übernimmt die Krankenkasse einen markanten Teil der Kosten für die Speziallinsen.

Genauere Daten können wir Ihnen bei einem Gespräch im Anpassungsverlauf geben.

Sie brauchen weitere Infos?

Wir beraten Sie gerne. Bitte vereinbaren Sie einen Termin unter 0512/ 58 37 25.


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Informationsbroschüre "Myopieprävention - Elterninfo"

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